#2 Wortivation: Was ist eigentlich „Entscheiden“?

#2 Wortivation: Was ist eigentlich „Entscheiden“?

In der Rubrik Wortivation geht es um alltäglich genutzte Wörter, die unter anderem Licht eine gänzlich andere Bedeutung bekommen. So erhält die Kommunikation mit anderen und mit uns selbst eine neue Perspektive – und vielleicht springt etwas Motivation für dich heraus! Heute geht es um das Entscheiden und wieso du es unbedingt vermeiden solltest keine aktive Entscheidung zu treffen.

„Irgendwie kann ich mich nicht entscheiden.“

Niemand wird von sich behaupten können, sich immer schnell entscheiden zu können. In manchen Situationen haben wir eine zu große Auswahl, in anderen können wir die Reichweite unserer Entscheidung nicht voll und ganz überblicken.

Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Jeder kleinsten Handlung ist dabei eine Entscheidung voraus gegangen: Wann stehen wir auf? Was frühstücken wir? Was wollen wir am Wochenende unternehmen? Kündigen wir den Job?

Viele Entscheidungen nehmen wir dabei gar nicht mehr als solche wahr, weil sie uns durch ständige Wiederholung in Fleisch und Blut übergegangen sind. Auch wenn hier große Hebel für unsere Entwicklung versteckt liegen, sind es meistens die großen Entscheidungen im Leben, die zu Unentschlossenheit führen.

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.
Charlie Chaplin

Aber was ist eine Entscheidung eigentlich genau?

Ständig hören wir, dass wir uns entscheiden sollen oder müssen. Aber was ist eigentlich eine Entscheidung?

„Entscheidung“ besteht aus zwei Wortteilen, Ent- und -Scheidung. Dabei steht das Präfix „Ent-“ für „Befreien von…“ oder „Wegführen von…“. Der zweite Wortteil „Scheidung“ kommt vom „Scheiden“, also das (räumliche) Trennen von zwei oder mehren Dingen. Halten wir fest:

Entscheiden ist die Befreiung von einer innerlichen Trennung.

Auch wenn wir es so vielleicht nicht wahrnehmen: Wir haben mit jeder Entscheidung mindestens zwei Optionen, zwischen denen wir uns entscheiden. So könnten wir einfach im Bett bleiben, nicht zur Arbeit fahren oder kündigen. Das liegt in jedem Moment in unserer Hand.

Viele dieser Entscheidungen haben wir bereits einmal getroffen und die daraus resultierenden Handlungen sind zur Routine geworden. Eine großartige Sache, denn die so entwickelten Gewohnheiten geben uns häufig Halt im Leben. Manche dieser Gewohnheiten sind aber auch alles andere als sinnvoll: Oder müssen wir wirklich jeden Abend eine weitere Folge unserer Lieblingsserie auf Netflix & Co. schauen?

Wie kommt es, dass wir manchmal Un-Entschieden sind?

Un-Entschieden kennen wir am ehesten aus dem Sport: Zwei Mannschaften spielen gegeneinander und erzielen das gleiche Ergebnis. Wir selbst sagen das so nicht. Wir sagen, dass wir uns nicht entscheiden können.

Wenn wir uns nicht entscheiden können, sind wir mit uns selbst unentschieden. Keine der Optionen gewinnt. Wir sind unentschlossen.

Das Schlimmste in allen Dingen ist die Unentschlossenheit.
Napoleon

Un-Entschiedenheit kann zwei Gründe haben:

  1. Wir können die Auswirkungen unserer Entscheidung nicht genau einschätzen. In diesem Fall empfehle ich dir, dass du dir mögliche kurz- bis mittelfristige Entwicklungen skizzierst. Was sind die Resultate deiner Entscheidung? Was sind die langfristigen Folgen? Welche Option hat die beste Möglichkeit sich möglichst positiv auf dein Leben auszuwirken?
  2. Wir haben zu viele Optionen. Meistens haben wir so gut wie jede mögliche Optionen in unserem Leben zur Auswahl. Leider wollen wir das in der Regel sogar: Man bezeichnet uns auch als Multi-Optionalisten. In der Regel ist das aber genau der falsche Weg. Wir sind deutlich handlungsfähiger, wenn wir nur eine Option haben und 100% geben können. Das ist echte Entschlossenheit.

Das Schlimmste, was dir passieren kann ist jedoch keine aktive Entscheidung zu treffen! Wenn du dich zwischen A und B entscheiden sollst und keines von beidem wählst, entscheidest du dich für C. Und C ist dein Status Quo. Und C ist dein Status Quo.

Das kann manchmal gut sein, langfristig führt das aber dazu, dass sich in deinem Leben nichts ändert! Eine Entscheidung für A oder B wäre eine Veränderung für dein Leben gewesen. Und Veränderung ist immer besser als Stillstand.

Triffst du keine aktive Entscheidung, entscheidest du dich für den Stillstand!

Keine Entscheidung treffen zu wollen ist also nicht möglich: Es gibt kein „nicht entscheiden“!

Fazit

Entscheidungen sind die wichtigsten Handlungen unseres Lebens. Viele Entscheidungen haben wir irgendwann einmal in unserem Leben getroffen und hinterfragen sie nicht mehr. Manche davon haben wir vielleicht sogar von unseren Eltern übernommen.

Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.
Joanne K. Rowling

Drei Tipps für dich, quasi to Go:

  • Versuche Entwicklungsmöglichkeiten für dich zu entdecken, indem du deine Gewohnheiten hinterfragst.
  • Versuche zu viele Optionen zu vermeiden.
  • Triff immer eine aktive Entscheidung, anstatt keine zu treffen.

Unsere Entscheidungen bestimmten unser Leben und die Qualität unserer Entscheidungsfähigkeit bestimmt die Qualität unseres Lebens.